VI. Die Prioritäten der Bürger
Sieht man von den unterschiedlichen Zuschnitten der Haushaltsposten in Hamburg und Freiburg ab, so setzten die Bürger der beiden Städte sehr ähnliche Prioritäten, wie sie die zukünftigen Mittel in ihren Städten verwendet sehen wollen. So sprachen sich in Hamburg die Teilnehmenden für eine Aufstockung der Etats in den Bereichen Schule (auf 110%) und Kindertagesbetreuung (auf 111%) aus. Auch der Wissenschaft wurde ein etwas größeres Budget (107%) zugestanden. Der Bereich der Schulen sollte auch in Freiburg mit 111% die deutlichste Etataufstockung erfahren. Sehr eng beieinander lagen zudem die Bereiche „Soziale Hilfe + Kinder-, Jugend-, Familienhilfe” mit einem plus von 108%, „Volkshochschulen, Bibliotheken, kulturpädagogische Einrichtungen” mit 107% und „Sport und Bäder” mit 106%.
Interessanterweise ergibt sich auch eine große Ähnlichkeit bei den Sparvorstellungen der Bürger – sieht man einmal von den Unterschieden zwischen einem kommunalen und einem Länderhaushalt ab. Von Einsparungen besonders betroffen in Hamburg waren die Finanzbehörde mit verbleibenden 79% des ursprünglichen Etats, der Produktbereich Bauordnung und Hochbau mit 81% sowie das Landesamt für Verfassungsschutz mit 82%.
Inwiefern die Hamburger ihren Haushalt im Detail zu konsolidieren oder umzuverteilen versuchen, zeigen die entwickelten Wikis. Die 38 erarbeiteten Vorschläge sind vielschichtig, lassen sich aber in drei große Bereiche einteilen: konkrete Einsparpotenziale, Maßnahmen zur Schaffung von Mehreinnahmen und langfristige investitionsbasierte Verbesserungsstrategien.
In Freiburg sah sich der Bereich Wirtschaft und Tourismus den stärksten Einsparungen ausgesetzt (77%). Nennenswert sind zusätzlich die Bereiche Stadtentwicklung und Sicherheit und Ordnung mit je 89% des ursprünglichen Budgets. Sehr kontrovers und nahezu über den gesamten Zeitraum der Online-Diskussion hinweg wurde in Freiburg das Thema der Theatersubventionen diskutiert.
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