I. Einleitung

Von Anfang an wurde mit dem Internet die Erwartung verbunden, dass es dem Einzelnen mehr Freiräume gewähren wird, sich aktiv in das mediale Geschehen einzumischen. War zu Beginn das Internet für die meisten seiner Nutzer primär ein Informationsmedium, da nur relativ wenige in der Lage waren, eigene Inhalte ins Netz zu stellen, so bieten heute viele Dienste jedem die Chance, auf relativ ein­fache Weise entweder selbst oder mit anderen zusammen Texte, Bilder und Videos zu erstellen und zu verändern, sich darüber auszutauschen und auf diese Weise auch zu vernetzen.

Übersetzt auf das Feld der Politik lässt sich diese Wende des Internets hin zu inter­aktiven und gemeinschaftsfördernden Funktionen als Chance einer er­weiterten Einbeziehung der Bürgerschaft in Belange der Politik be­greifen. Galten die Massenmedien noch als Garanten einer hierarchischen Beziehung zwischen Politik, Verwaltung und Bürger­schaft, in der nur wenige organisierten Akteure die öffentliche Agenda bestimmen und alle anderen sich mit einer Publikumsrolle begnü­gen müssen, so gelten vor allem die mit dem Begriff Web 2.0 assozi­ierten Möglichkeiten der Kooperationen und Vernetzung als entscheidende Vor­aussetzungen dafür, dass zukünftig die Bürger nicht länger nur perio­disch als Wähler bzw. Dienstleistungsempfänger adressiert werden, sondern auch als Ratgeber und Ideengeber berücksichtigt werden kön­nen.

Die Vorstellung vom Internet als Ort der Partizipation und gemeinsamen Problemlösung konkretisiert sich gegenwärtig vor allem in den Kommunen (Märker/Wehner 2007). Besonders hier, wo es um Probleme und Herausforderungen geht, die sich immer weniger im politischen Al­leingang bewältigen lassen, und wo gleichzeitig die Wege zwischen Politik, Verwaltung und Bürger noch die kürzesten sind, finden sich viele Ansätze zur praktischen Umsetzung elektronsicher Partizipa­tion (E-Partizipation). Tatsächlich nimmt die Zahl der Kommunen zu, die nicht nur den Bürger stärker einbeziehen wollen in die Lösung ihrer Probleme, son­dern auch die dafür erforderlichen Verfahren durch das Internet unter­stützen wollen.

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