Artikel zum Stichwort »Öffentlichkeit«

0 Einführung: Web 2.0 — Bürger gestalten Kommunalpolitik

Die neueste Entwicklung im Internet heißt „Web 2.0“ oder „Soziales Internet“. Damit ist vorrangig eine besondere Einbindung der Nutzer gemeint, in welcher sie als unentgeltliche Informationslieferanten an der Erstellung der Internetangebote beteiligt sind („User Generated Content“). Das Web 2.0 bietet auch für die Kommunen und die Kommunalpolitik erhebliche Potenziale. Insbesondere die Entstehung einer neuen Öffentlichkeit [...]

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I. Vom „Konsumenten“ zum „Prosumenten“

Je beliebter ein Web-2.0-Angebot ist, desto mehr Besucher werden an­gezogen und umso mehr Inhalte werden durch die Nutzer eingestellt. Dieses führt wiederum zu einer noch höheren Attraktivität des Angebotes und noch mehr Besucher. Ein bekanntes Beispiel ist der von 47% aller deutschen Internetnutzer genutzte Web-2.0-Dienst Wikipedia. Das dort mittlerweile angesammelte Wissen konkurriert durchaus mit altehrwürdigen [...]

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II. Das Internet als Platz der Selbstdarstellung

Für die Präsentation von eigenem Medienmaterial gibt es Videoportale (z.B. YouTube oder das genannte MySpace), die bereits von 34% aller Nutzer genutzt bzw. besucht werden, oder Fotoportale (etwa Picasa oder Flickr, genutzt von 15%). Blogs sind so etwas wie öffentliche Tagebücher in Kladdenform. Sein Besitzer trägt in loser Folge ein, was er oder sie erlebt [...]

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III. Erfahrungsberichte anderen zur Verfügung stellen

Kommerziell genutzt werden Web-2.0-Aspekte etwa bei Websites zur Unterstützung von Kaufentscheidungen oder Reiseplanungen, denn Interessierte können von den Erfahrungen von anderen profitieren, um etwas über die Glaubwürdigkeit der Verkäufer oder den Nutzen der Waren zu erfahren. Vor diesem Hintergrund versteht man unter einem Web-2.0-Angebot:

Online-Dienste, die sogenannte „Rückkanäle” anbieten, durch welche die Nutzer unkompliziert Daten und [...]

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IV. Neue Öffentlichkeit und Einbindung in kommunale Arbeitsabläufe

Für Kommunen sind insbesondere die Entstehung einer neuen Öffentlichkeit und die aktive Einbindung der Öffentlichkeit in Arbeitsabläufe der kommunalen Behörden attraktiv. Das Hauptaugenmerk liegt dabei insbesondere auf denjenigen Nutzern, die auch bei den sonstigen Web-2.0-Angeboten bereit sind, aktiv Daten beizusteuern.
Der Anteil derer, die aktiv Informationen einstellen, schwankt zwischen 40% der Nutzer von Fotoportalen und etwa [...]

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V. Neue Form der Öffentlichkeit durch Web 2.0

Durch die Entstehung einer neuen Öffentlichkeit durch die Nutzung von Web 2.0 lassen sich sowohl die herkömmlichen Beteiligungs- und Partizipationsformen kostengünstiger und effizienter gestalten als auch neue Formen der Beteiligung hervorbringen, wie die Vielzahl der Beiträge in diesem doku­mentieren. So haben Köln, Freiburg und Hamburg sehr positive Erfahrungen mit einem „Bürgerhaushalt 2.0″ gemacht, d.h. der [...]

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VI. Einbindung der Bürger in Arbeitsabläufe der Kommune

Neben einer neuen Öffentlichkeit sind die Web-2.0-Angebote eine gute Möglichkeit die Öffentlichkeit in Arbeitsabläufe der Kommune mit einzubinden und auf diese Weise Informationen und Kenntnisse durch die Bürger zu erhalten. Ein bekanntes Beispiel ist das englische Projekt Fixmystreet, bei dem Bürger auf einer Website Mängel, Probleme oder einfach nur Auffälligkeiten in der Infrastruktur ihres lokalen [...]

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VII. Potenziale des Web 2.0 für die Kommunalpolitik ausschöpfen!

Zwar werden im Internet bisher keine Wahlen gewonnen, doch ohne Onlinepräsenz ist heute Politik kaum denkbar. Behörden und Parteien sind schon seit geraumer Zeit mit eigenen Service- und Informationsangeboten im Netz vertreten. Immer mehr Politiker verfügen über eine eigene Webseite. Auch Chats mit Politikern und Blogs, sowohl von Politikern als auch von engagierten Bürgern, sind [...]

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VIII. Schwerpunkte des vorliegenden Bandes

Der vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) initiierte Innovators Club für Verwaltungsmodernisierung möchte die Phantasie für Web-2.0-Angebote für Kommunen weiter anregen. Dafür steht das vorliegende Buch. Es geht uns darum, Nutzungspotenziale für Kommunen aufzuzeigen, sodass letztlich jeder Beitrag wertvolle Hinweise darüber enthält, welche Chancen, aber auch Grenzen mit Web-2.0-Anwendungen verbunden sind.
Gleichwohl haben wir uns entschieden, [...]

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2.1 Blogs — Motoren für die Demokratie?

Blogs eignen sich als schnelle, billige Publikations- und Austauschpattform für alle politischen Akteure: Bürger, Politiker, politisch aktive Gruppen und Behörden. Die besonders dynamischen Websites vermögen jedoch als „Nischenöffentlichkeiten“ überwiegend internetaffine und ohnehin politisch aktive Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Blogs sind weder tauglich für Massenkommunikation noch als Heilmittel gegen Politikverdrossenheit.

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I. Zwischen Euphorie und Entsetzen

Blogs sind dynamische und leicht handhabbare Websites, deren Popularität seit Ende der 1990er Jahre exponentiell zugenommen hat. Sie verkörpern die Web-Generation 2.0. Blogs werden immer wieder als demokratische Heilsbringer gefeiert. Verkörpern sie auch eine Politik-Generation 2.0?
Tatsächlich ermöglicht die vereinfachte Technik, Texte und Bilder sehr schnell und kostengünstig im Internet zu publizieren. Ähnlich wie zu Anfangszeiten [...]

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II. Keine Mobilisierung, eher verstärkte Ungleichheiten

Vier Thesen sind im Zusammenhang mit Internet und Demokratie besonders beliebt. Nur die Verstärkungsthese hält jedoch einer genaueren Überprüfung stand.
Die Mobilisierungsthese
Die optimistische Mobilisierungsthese geht davon aus, dass sich durch die „demokratischen Potenziale” von Blogs und des „Mitmachnetzes” tatsächlich mehr Bürger politisch mobilisieren lassen. Blogs sind aus dieser Sicht „Motoren der Demokratie”. Diese Annahme wurde bereits [...]

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III. Politische Wirkungen von Blogs

USA mit Vorreiterrolle
Diskussionen um demokratische Potenziale von Blogs entstanden zunächst in den USA. Beispiele sind die „Warblogs”, die nach 9/11 aus erster Hand berichteten oder der von Bloggern erzwungene Rücktritt des US-Senators Trent Lott, der wiederholt rassistische Aussagen gemacht hatte. Zwei US-Journalisten verloren ihren Job aufgrund falscher Behauptungen, die von Blog-Netzwerken aufgedeckt worden waren. Ein [...]

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IV. Die Grenzen politischer Blogs

Voraussetzungen zum politischen Bloggen sind neben Zeit, finanzieller Absicherung und technischer Affinität auch ein gewisser Hang zur öffentlichen Selbstdarstellung sowie der Wunsch, sich politisch zu äußern.
Die zentrale Einschränkung des politischen Einflusses von Blogs ergibt sich aus der knappen Ressource Aufmerksamkeit. Wer wenig Zeit hat, nutzt bevorzugt gebündelte Informationen auf Papier, im Fernsehen oder im Radio. [...]

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V. Digitalisierung der Politik

Blogs bieten allen möglichen politischen Akteuren – von Privatpersonen, Parteien über Hobby- und Vollblutpolitiker hin zu staatlichen Organisationen – die kostengünstige Möglichkeit, eine Publikations- und Austauschplattform zu betreiben. Hochkarätige politische Informationen von offizieller Seite und von professionellen Medienschaffenden sind zunehmend im Netz abrufbar. Genauso wird auch Wahlkampfpropaganda und -gegenpropaganda, Stammtischgespräche und politischer Small Talk ins [...]

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2.2 Diskurs 2.0 — Anzeichen für eine neue Öffentlichkeit

Im Vergleich zu Blogs und Foren muss eine zeitgemäße Diskursmaschine 2.0 das volle Spektrum technischer Möglichkeiten abdecken. Sie soll ein Thema nicht nur fallbezogen wie eine Homepage mit Texten, Bildern oder Videos präsentieren. Sie lassen sich als neue Medien begreifen, die öffentliche Diskussionen einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich machen – und zwar insofern, als dass die [...]

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I. Commonplace Books und Hypomnema

Diskurs ist die Mechanik des Sichmitteilens. In der Zeit von Aristoteles mögen Marktplätze ausgereicht haben, um in hitzigen Debatten die Belange eines griechischen Stadtstaates zu diskutieren. In einem Staat aus Millionen von Bürgern jedoch findet zur besseren Archivierung und Transparenz des Dialoges der Diskurs schriftlich statt. Am Anfang waren daher Bücher das verbreitete Medium, darauf [...]

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II. Blogs als persönliches öffentliches Schreiben

Blogs wurden zu einem Phänomen. Während Foren der Erörterung von Fachfragen dienen, agieren Blogs als persönliche „Journale” privater Personen, die Teil der Öffentlichkeit werden. Von Anfang an haftete den Blogs etwas Unprofessionelles an. So wurden Blogger als Teil des „Grassroots Journalism” (Gillmor 2004) bezeichnet. Ein Blog ist schließlich schnell konstruiert, einfache Anwendungen ermöglichen binnen weniger [...]

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III. Gesucht: die zeitgemäße „Diskursmaschine“

Im Vergleich zu Blogs und Foren muss eine zeitgemäße Diskursmaschine 2.0 jedoch das volle Spektrum technischer Möglichkeiten abdecken. Sie soll ein Thema nicht nur fallbezogen wie eine Homepage mit Texten, Bildern oder Videos präsentieren. Wie ein Forum besteht vielmehr die Notwendigkeit, die Vernetzung von Artikeln und Nutzern, Kommentare sowie Moderator­funk­tionen zu implementieren. Anders als bei [...]

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IV. Eine neue Öffentlichkeit?

Für Bowman und Willis (2003) sind dies Anzeichen für eine neue Öffent­lichkeit: “The act of a citizen, or group of citizens, playing an active role in the progress of collecting, reporting, analyzing and disseminating news and information. The intent of this participation is to provide independent, reliable, accurate, wide-ranging and relevant information that a democracy [...]

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3.7 Stadtentwicklung 2.0 — Kommunale Entscheidungen durch öffentliche Diskussionen im Internet

Die Stadt ist ein Verhandlungsraum. Will die Kommune den öffentlichen Diskurs weiterhin aktiv mitgestalten, dann kommt sie nicht daran vorbei, das Internet als öffentlichen Raum für den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern zu nutzen. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin zeigt, können Bürger, Blogger, Interessenvertreter gleichermaßen ihre Motive argumentativ und mit Unterstützung von [...]

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I. Raum ist mehr als „gebaute Umwelt“

Raum wird in unserem Sprachgebrauch als etwas selbstverständlich Gegebenes verwendet und mit Wänden und festen Grenzen verbunden. Im Gegensatz zu diesem klassischen Verständnis kann man Raum auch breiter fassen: als Vorstellungswelt, als Bedeutungssystem und in Form von Handlungsräumen.
Die Stadt ist ein Verhandlungsraum, der materiell und diskursiv umkämpft ist. Die Entwicklung unserer Städte und Gemeinden hängt [...]

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II. Das Internet als Verhandlungsraum

Ursprünglich hatten Plätze, Straßen, Parks etc. die Funktion, Orte zu schaffen für die Öffentlichkeit: für Informationsaustausch und persönliche Auseinandersetzung. Mit zunehmendem technischem Fortschritt wird diese Aufgabe mehr und mehr von Medien wie dem Mobiltelefon, dem Radio, dem Fernseher und dem Internet übernommen. Ergänzend zur gebauten Realität wird das Internet zum mächtigen öffentlichen Raum der Meinungsbildung.
Das [...]

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III. Berliner Stadtentwicklungspolitik: Planen mit mehr als 1.000 Beteiligten

Entscheidungen in Städten und Kommunen sind natürlich schon lange keine Einbahnstraße mehr. Politische Leitideen und städtische Entwicklungen werden über sehr verschiedene Kanäle gesteuert und kommuniziert. Dabei findet auch das Internet zunehmend Bedeutung.
Die öffentliche Hand initiiert vereinzelt Online-Umfragen, moderierte Online-Dialoge oder Online-Petitionen, um die Meinung der Öffentlichkeit in Entscheidungsprozesse einzubinden. Großstädte wie Berlin, Köln oder Hamburg [...]

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IV. Fazit: Den öffentlichen Diskurs im Netz aktiv gestalten

Will die Kommune den öffentlichen Diskurs weiterhin aktiv mitgestalten, dann kommt sie nicht daran vorbei, das Medium Internet für den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern zu nutzen. Es ist ein öffentlicher Raum, der sonst von anderen gesellschaftlichen Gruppen gestaltet wird.
Nach dem Motto „Hier ist Platz für Ihre Meinung” sollten Kommunen öffentliche Kommunikationsräume schaffen, um [...]

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5.1 Ein Blog in fünf Schritten

Ein Politiker, der für das Bürgermeisteramt kandidiert, entschließt sich kurzerhand, zusätzlich zu der eigentlichen Kampagne ein Blog zu initiieren. Er will damit seinen Konkurrenten etwas Überraschendes entgegen setzen und andere Wählerstimmen erreichen. Die Umsetzung ist leicht. Es sind nur fünf Schritte nötig.
Schritt 1: Ziel und Konzept des öffentlichen Blogs definieren
Nach kurzer Beratung wird dem Kandidaten [...]

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