Artikel zum Stichwort »Wentorf«

1.5 Journalismus 2.0: Erfahrungen beim Aufbau eines lokalen Internetmagazins

Welche Chancen bietet das Internet für neue Formen der Bürgerbeteiligung? In einem Dorf bei Hamburg entstand 2007 ein lokales Internetprojekt – unabhängig von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Verflechtungen. Ergebnis: Das Internet eröffnet die Kommunikationsebene für eine neue Bürgergeneration. Ohne engagierte Menschen, die als lokale „Web-Alphatiere“ Kontinuität und Vielfalt garantieren, geht es aber nicht.

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I. Wo das Netz zum Greifen nahe ist

Ein Wort vorab: Vom Begriff „Web 2.0″ – so treffend er sein mag – soll auf den nächsten Seiten nicht die Rede sein. Xing, Flickr, StudiVZ: was für eine bestimmte Gruppe von Menschen inzwischen wie selbstverständlich zum Aufrechterhalten des Soziallebens gehört, klingt für viele User des im Folgenden beschriebenen Projekts eher nach Schokoriegeln oder chinesischen [...]

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II. Lücken im lokalen Netz

Wentorf ist zugleich ein Beispiel dafür, dass das Internet sich in kommunalen Bereichen mit Eigendynamik schwer tut. Während man mit wenigen Klicks die wichtigsten Probleme der Bundespolitik zu googlen vermag, ist es im lokalen Bereich zuweilen schwierig, über das Internet ein aktuelles Bild über lokalpolitische Themen zu erhalten. Diese Lücke wollte „Wir in Wentorf” schließen. [...]

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III. Das Projekt „Wir in Wentorf“

Drei Grundsätze wurden als inhaltliche Ziele des im März 2007 gestarteten Internetmagazins „Wir in Wentorf” formuliert:

Aktuelle Information
Service
Interaktion

Aktuelle Nachrichten dominieren die Startseite von „Wir in Wentorf”. Eine übersichtliche Navigation, einheitliche Farbgebung und eine nicht zu komplexe Seitengestaltung sollen dem Leser einen Überblick über aktuelle Themen liefern.
Aktuelles aus Polizei, Wirtschaft und Politik, Termine, Flohmarkt – etwa dreimal [...]

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IV. Lokale Berichterstattung und Aktualität

Was löste den Feuerwehr-Großalarm im Ortszentrum aus? Wie kam die Aufführung des gestrigen Theaterstücks an? Gelingt der Weltrekord des Friseurs im Dauer-Haarschneiden? User von „Wir in Wentorf” oftmals weitaus früher über lokale Geschehnisse informiert, als die Leser der heimischen Lokalzeitung, die einmal wöchentlich eine Seite über den Ort zusammenstellte. Entscheidungen aus dem Rathaus landeten zumeist [...]

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V. Service

Das tägliche Wetter, Veranstaltungskalender, Ausflugstipps, Tagesmutter-Adressen, Links – Der Service-Aspekt ist bei „Wir in Wentorf” ein wesentlicher Faktor. Informationen über die Gemeinde und Aktivitäten von Senioren machten für viele User das Internet für die tägliche Information greifbar.

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VI. Interaktivität und politische Mitbestimmung

Der Blick auf diverse Foren im Internet verleitet zu dem Eindruck, des Bürgers innigstes Bedürfnis sei die permanente Einflussnahme auf das Weltgeschehen, indem er der Nachwelt seine Meinung kundtut. Ein Blick auf Wikipedia zeigt auch, dass Menschen offensichtlich ehrgeizig genug sind, ihr Wissen über berühmte Persönlichkeiten, geschichtliche Ereignisse oder technische Zusammenhänge weiter zu geben. Das [...]

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VII. Der User erzieht sein Netz

Anders als bei einer Tageszeitung, in der die scheinbar einzige Einflussnahme auf die redaktionellen Inhalte im Abbestellen eines Abonnements oder im Schreiben eines Leserbriefes liegt, sind Online-User ihren Machern so nah wie bei keinem anderen Medium. Sie sind ein Teil des Mediums, Dies bekommen die Redakteure von Onlinemagazinen tagtäglich zu spüren: Rechtschreibfehler, inhaltliche Ungenauigkeiten oder [...]

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VIII. Gesucht: Lokale „Web-Alphatiere“

Das Internet ist das Medium der Zukunft – auch auf kommunaler Ebene. Das große Interesse der Leser an „Wir in Wentorf” zeigt dies, wenngleich es eine Reihe von Hemmnissen gibt, die eine flächendeckende Verbreitung von lokalen Internetprojekten behindern. Lokale Zeitungsverlage üben Druck auf ihre Anzeigenkunden aus, wenn es um die Verteilung von Werbebudgets geht. Wirtschaftlich [...]

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